Finn aus Grünblatt
Mensch Hexenmeister
Wo Händler und Reisende aus allen Ecken der Welt zusammenkommen, gibt es einen Platz, an dem stets Gelächter und Beifall zu hören sind. Hier, auf diesem belebten Marktplatz, tritt ein menschlicher Künstler auf, der dafür bekannt ist, sein Publikum mit Geschichten, Jonglage und Liedern zu verzaubern. Doch trotz seines sonnigen Gemüts ist sein Leben von Schatten geprägt. Seine Taschen sind stets leer, und ständig spürt er die Blicke seiner Gläubiger in seinem Nacken.
Er träumt davon, all seine Schulden loszuwerden und ein sorgenfreies Leben zu führen. In seiner Verzweiflung flüsterte er einst in einer dunklen Nacht, dass er sogar bereit wäre, seine Seele zu verkaufen, wenn es ihm nur Frieden bringen würde.
Eines Tages, mitten in einer seiner Darbietungen, in der er die Menge mit einer besonders spannenden Geschichte fesselt, wird die Stimmung plötzlich düster. Die jubelnden Zuschauer werden plötzlich still und er spürt eine eisige Kälte. Maskierte Gestalten in schwarzen Roben erscheinen wie aus dem Nichts in der Menge, doch Finn ist sich sicher, dass es dieses Mal nicht um seine Schulden geht. Der Showman versucht noch, die unbekannten Gestalten mit einem Lied oder einem Witz zu besänftigen, aber es ist vergebens. Die Schatten werden tiefer, rasen auf Finn zu und er wird von der Dunkelheit verschlungen.
Als er wieder erwacht, findet er sich in einem Käfig auf einer Kutsche wieder. Trotz seiner misslichen Lage versucht der Bühnenkünstler, die Stimmung zu heben und erzählt Geschichten und Witze, in der Hoffnung, das Herz seiner Mitgefangenen zu erleichtern.
Eine Bewohnerin dieser für Finn fremden Welt, die die Kutschen aus der Ferne beobachtet, lächelt beim Hören des Lachens und der Lieder des Bühnenkünstlers. Vielleicht sieht sie in ihm einen Funken Hoffnung in dieser düsteren Situation.
