Tharion Geweihsturm, der Neffe von Eldryn
Tharion Geweihsturm ist gerade alt genug, um als Krieger zu gelten, doch in Wahrheit fühlt er sich dieser Rolle noch nicht wirklich gewachsen. Er stammt aus dem verborgenen Wald-Dorf in dem sein Onkel Eldryn wohnt, einer der angesehensten Ältesten des Cerviden-Volkes. Während viele seines Alters sich noch in der Sicherheit der Heimat aufhalten, hat Tharion aus jugendlichem Leichtsinn, Pflichtgefühl und einer ordentlichen Portion Selbstüberschätzung eine folgenschwere Entscheidung getroffen: Er hat sich einer Gruppe Reisender angeschlossen, um sie bei ihrem Quest, der Heilung seines Onkels, zu begleiten.
Erscheinung
Tharion ist hochgewachsen, doch sein Körper zeigt noch die ungestüme, schlanke Statur eines Halbstarken. Seine Muskeln sind definiert, aber nicht die eines erfahrenen Kriegers, eher die eines jungen Hirsches, der gerade erst seine Kraft entdeckt. Sein Fell ist ein warmes Kastanienbraun mit sanften, helleren Flecken an den Flanken, die an das jugendliche Muster vieler Waldtiere erinnern. Sein Gesicht ist menschlich, aber noch weich in den Zügen – die Naivität und Aufregung eines Jungen, der glaubt, unbesiegbar zu sein, spiegelt sich deutlich darin wider.
Seine grünen Augen schimmern mit einer Mischung aus Abenteuerlust und Unsicherheit. Sie können sich entschlossen zusammenziehen, wenn er sich mutig geben will, doch sobald die Realität ihn einholt, blitzt oft ein Hauch von Zweifel auf. Sein Geweih ist noch nicht so beeindruckend wie das älterer Cerviden – kräftig, aber nicht gewaltig, noch in seiner Entwicklung begriffen.

Ausrüstung
Tharions Kleidung ist praktisch, aber schlicht – er trägt einfache Lederbänder um die Unterarme, eine leicht gepolsterte Tunika aus grobem Stoff, die ihn vor kleineren Verletzungen schützt, und einen simplen Umhang, der ihm in den kalten Nächten des Waldes Wärme spendet.
Sein Schwert ist nichts Besonderes – eine Klinge, die vermutlich einst seinem Vater oder einem älteren Bruder gehört hat, von jemandem, der wusste, wie man kämpft. Tharion hingegen weiß es nicht. Er hat mit dem Schwert trainiert, ja, aber nur in kontrollierten Übungskämpfen, ohne den echten Ernst des Kampfes zu kennen. Das erste Mal, wenn ihm jemand mit einem echten Mordblick gegenübersteht, wird für ihn ein Schock sein.
Charakter & Verhalten
Tharion versucht, sich wie ein Krieger zu benehmen – aufrecht, ernst, bereit für den Kampf – doch es fällt ihm schwer, diese Fassade aufrechtzuerhalten. Tief in ihm steckt noch ein junger Mann, der sich mehr Sorgen darüber macht, wie andere ihn sehen, als er sich eingestehen will. Er hat Angst, dass die anderen erkennen, wie wenig er wirklich kann, und versucht deshalb oft, seine Unsicherheiten mit Übermut zu überspielen.
Er ist ungeduldig, impulsiv und manchmal unvorsichtig, was ihn sowohl charmant als auch anstrengend machen kann. Wenn ein Plan zu lange dauert, rollt er mit den Augen, wenn jemand sich zurückziehen will, ist er oft der erste, der sagt: „Wie schlimm kann es schon werden?“ – nur um dann von der Realität hart eingeholt zu werden.
Dennoch ist er kein Feigling. Wenn es darauf ankommt, steht er zu seinem Wort. Seine Loyalität zu seinen Gefährten ist bedingungslos, auch wenn er noch nicht ganz versteht, was das in der Welt da draußen wirklich bedeutet.
Warum er die Gruppe begleitet
Tharion wollte endlich beweisen, dass er nicht nur der Junge ist, der im Schatten der Älteren steht. Sein Onkel Eldryn hat nie Druck auf ihn ausgeübt, aber genau das hat Tharion manchmal noch mehr genervt – als hätte niemand von ihm erwartet, dass er je wirklich etwas leisten würde. Also hat er seine Chance ergriffen, als sich die Möglichkeit bot, mit einer Gruppe erfahrener Abenteurer aufzubrechen.
Er weiß nicht, was ihn erwartet, aber das ist ihm egal – oder zumindest redet er sich das ein.
Tharions erster Ausflug mit der Gruppe war weit turbulenter, als er es sich vorgestellt hatte. Anfangs voller Entschlossenheit, wurde ihm schnell klar, dass er weder die Erfahrung noch die Kraft der anderen besaß. Sein Versuch, einen Sumpfhund mit dem Schwert zu attackieren, endete in einem schmerzhaften Fehlschlag, und als ein riesiger Blutegel sich an ihm festsaugte, spürte er zum ersten Mal echte Todesangst. Doch trotz seiner Wunden und des Schreckens lernte er, sich auf seine Gefährten zu verlassen – besonders auf Posy, der ihn mit bloßer Kraft rettete. Als die Gruppe den Sumpf verließ, war er erschöpft, aber auch ein Stück gereifter, mit dem festen Entschluss, stärker zu werden.